Warum mache ich Luftbilder?

Little Planet
Eine etwas andere Art von einem Luftbild, ein sogenannter „Little Planet“

Als ich mit dem Bloggen über meine grosse Leidenschaft, dem RC-Modellbau, funktionsmodellbau.ch begann, kam ich früher oder später vermehrt mit der Fotografie und Filmen in Berührung. Einerseits um die Modelle ins rechte Licht zu rücken oder um diese in diversen Videos auf meinen beiden Youtube-Kanälen SWISS RC CHANNEL und fabian.hüsser.ch zu präsentieren.
Daraus entstand neben dem Modellbau, mit dem Fotografieren und Filmen ein weiteres sehr spannendes Hobby. Die Kombination von RC, Fliegen, Foto und Video erklärt den Wunsch nach einem Multicopter schon fast von selbst. Doch diesmal wollte ich für einmal nicht alles selber bauen. Mein Focus liegt ganz klar auf den Aufnahmen von Fotos und Videos.

Auf diversen anderen Youtube-Kanälen sah ich wunderbare Aufnahmen aus der Luft. Ich war davon total fasziniert und wollte unbedingt auch solche Bilder schiessen können. Deshalb musste eine solche fliegende Kamera her.

Den Begriff Drohne verwende ich nicht gerne, denn das Wort ist sehr mit Spionage behaftet. Fremde Gärten von oben ausspionieren macht keinen Spass und gibt keine schöne und interessante Bilder. Ich weiss, dass eine Drohne missbraucht werden kann, dass mit ihr gegen die Privatsphäre, allgemeine Ruheverordnungen oder andere Dinge verstossen werden kann.

Und genau dafür gibts Regeln, Verordnungen, Gesetze und immer noch Anstand und Benimmregeln. Genauso wie für die Hundehalter, Velofahrer, Sportschützen etc. Würden die befolgt, wäre vieles einfacher…

Ich verstehe die Diskussion rund um diese neue Problematik. Vor allem, weil es leider immer wieder schwarze Schafe gibt, die überlegt oder auch unüberlegt sich nicht an die Regeln halten
Ab 1. Januar 2021 gilt die neue Drohnenregulierung für die Schweiz.

Die Übernahme der europäischen Drohnenregulierung war in der Schweiz per 1. Juli 2020 vorgesehen. Aufgrund der Coronakrise hat die EU-Kommission entschieden, dass die Anwendung der Verordnung (EU) 2019/947 um ein halbes Jahr auf den 1. Januar 2021 verschoben wird.

Mein Drohne ist freiwillig registriert

Ich entschloss mich, meinen Multicopter freiwillig beim Schweizer Verband Ziviler Drohnen (SVZD) zu registrieren. Die Identifikation von meinem Copter sind hier hinterlegt . Zusätzlich legte ich die Prüfung zum zertifizierten Drohnenpilot auf UNO Level ab (Level für Hobbypiloten – nicht gewerbsmässig). Die lizenzierte Piloten können beim SVZD nachgeschaut werden.

Wie gesagt, die Diskussion um die Drohnen soll geführt werden – aber bitte richtig, Nicht mit geliehenem Halbwissen, falschen Annahmen, Beschuldigungen und Ausfälligkeiten.

Lässt es das Gegenüber zu, stelle ich oft fest, ein Gespräch beruhigt und beseitigt viele Missverständnisse. Meistens habe ich ein Tablet dabei. Damit kann ich Fotos und Videos von bereits gemachten Aufnahmen zeigen. Auch das beruhigt in den meisten Fällen enorm.

Was ist möglich und was darf man?

Was ist denn mit einer handelsüblichen Drohne wirklich alles möglich? Was sieht man und was nicht? Sind die Anschuldigungen und Drohungen gerechtfertigt? Zur Klärung solcher Fragen hilft ganz bestimmt die Verordnungen vom BAZL (Bundesamt Ziviler Luftfahrt)

Was ist möglich und was nicht?

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Drohnen. Vom Multicopter (4 Propeller, bis zu Hexacoptern mit 6 oder 8 Propellern). Unterschieden wird auch nach Gewichtsklasse und Nutzlast. Bei grossen professionellen Multicoptern hängen in der Regel auch „richtige“ Kameras an den Fluggeräten. Solche Drohnen werden aber in der Regel nur von Profis eingesetzt und kosten mehrere tausend Geldeinheiten. Das sind üblicherweise nicht die, die am Sonntagmorgen über den Garten kreisen.

Bei meinen Multicoptern handelt es sich um Quadrocopter für den Hobbybereich von dem Hersteller DJI. Die Phantom 3 PRO hat eine Kamera mit einer Festbrennweite. Damit kann man wunderbare Fotos schiessen und filmen in 4K ist auch möglich. Aber man kann weder zoomen, noch durch Schlüssellöcher gucken. Schon gar nicht aus über 100m Höhe.

Mittlerweile gibt es mit der DJI Mavic 2 Zoom eine Drohe, die zwar zoomen kann. Aber das 2 Fach Zoom hält sich doch noch in Grenzen. Etwa vergleichbar mit den Smartphones.

In der Schweiz sind die Flugzonen klar reglementiert und es liegt in der Pflicht von jedem Piloten, sich darüber zu informieren und auch daran zu halten.

Vieles ist aber mit den kleineren Hobbydrohnen, die sich zwar fast jeder leisten und fliegen kann, gar nicht möglich. Man kann damit nicht stundenlang schweben und beobachten – die Akkus sind nach 15-20 Min leer. Wenn man filmt wesentlich schneller. Die Phantom Serie vom Hersteller DJI zählt zu einem der meist verkauften Multicoptern der Schweiz. Per Software werden die Flugzonen gepflegt und es ist in verbotenen Zonen (z.B. Flugplätzen) gar nicht möglich überhaupt zu starten!)

Über privaten Grund zu fliegen ist nicht verboten. Der Luftraum ist öffentlich. ABER die Privatsphäre muss geachtet werden. Deshalb gilt (für mich): Kein Überflug von privaten Gebäuden und Gärten ohne vorherige Information und Genehmigungen.

Zu Beginn flog ich auch in bewohntem Gebiet, ich hatte ja nichts böses im Sinn! Doch das mache ich mittlerweile nicht mehr. Weil a) könnten sich Personen beim eigentlichen Flug in ihrer Privatsphäre gestört fühlen und b) die Veröffentlichung des Bildmaterials könnte nochmals die Privatsphäre verletzen. Ich mache das nur im Auftrag und in Absprache mit allen Betroffenen.

Halbwissen und aggressive Anschuldigungen

Immer wieder werde ich zum Teil recht heftig und aggressiv angegangen, wenn ich mit meinem Multicopter unterwegs bin. Ich musste auch schon Faustschläge einstecken. Bei konkreten Fragen, gebe ich jeweils gerne Auskunft und kläre auf. Oft reicht es auch, wenn ich die gemachten Bilder zeige.

Leider reicht das oft nicht aus, viele Leute meinen wirklich, dass sie beim Thema Drohnen im wilden Westen daheim sind und tun und lassen können, was sie grad wollen.

Immer wieder herrscht die aggressive Meinung vor, dass das Fliegen eines Copters mit einer Kamera in der Schweiz verboten ist. Das stimmt nicht – aber es gibt zurecht ein paar gesetzliche Auflagen, die von allen befolgt werden müssen!

Um solche Missverständnisse zu klären, führe ich gerne die Verordnungen für die Schweiz auf.

Was Google bereits sieht

Aerial

 

 

 

 

 

 

Wir befinden uns hier in einer CTR (Kontrollzone). Hier darf die Flughöhe von 150m nicht überstiegen werden. Das Foto entstand auf 115 m Höhe. Der Fokus liegt klar im Horizont. Es wird kein Grundstück frontal überflogen und aufgenommen. Die Häusergruppe in der unteren linken Ecke habe ich manuell etwas entschärft.

  • Maximale Flughöhe von 150 m wurde in dieser Zone nicht überschritten.
  • Kein Frontalüberflug von bewohntem Gebiet.
  • Ruhezeiten der örtlichen Verordungen wurden ebenfalls beachtet.

 

 

 

Der folgende Auschnitt aus Google Maps. Die Sicht ist ungefähr in die gleiche Richtung, wie im obigen Bild. Ich möchte damit zeigen, was man mit Google Maps bereits sieht.

GoogleMaps Berikon

Der gleiche Ausschnitt, einfach ohne Neigung.

GoogleMaps Oberwil

Es gibt genau zwei Gründe, um mit einer Drohne über bewohntes Gebiet zu fliegen:

  1. Aufnahmen vom eigenen privaten Grundstück, Liegenschaft oder in einem Auftrag
  2. Kontrolle von Hausdächern

Dafür bitte nicht nur die angrenzenden Nachbarn über so einen Flug informieren, sondern weitreichender. Denn der Multicopter ist weiter wahrnehmbar.

Ansonsten gibt es keinen Grund, ich finde das auch als Drohnenpilot selbst sehr lästig. Wer sich in so einer Situation belästigt fühlt, verstehe ich, wenn er die Polizei informiert.

Was ich nicht verstehe

Sind generelle Flugverbote über grossflächiges Gebiet, z.B. Alpstein. Mit dem Vorwand des Wild- und Vogelschutzes.  Dann aber bitte auch keine Rundflüge mehr über dem Creux du Van, wo jeder Passagier mit einer Kamera mitfliegt. Bitte auch durchgreifen mit dem Leinenzwang für Hunde – es gibt viele Leute die mögen Hunde nicht oder haben Angst davor.  Bitte auch keine Gleitschirmflieger mit Helmkamera und keine Biker ebenfalls mit Helmkamera ausgestattet, durch den Wald brausenden, auch bei beschildertem allgemeinem Fahrverbot. Keine Pferdehaufen auf dem Spazierwegen. Keine Kameras auf den Helmen der Ski- und Snowboard-Fahrern auf oder neben der Piste.

Jedes Drohnenverbot betrifft auch die Hobbypiloten von Modellfliegern und Helikoptern.

Wenn alle überhand nehmenden Aktivitäten gleich behandelt werden, dann gerne – aber bitte, bitte nicht so einseitig!

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